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Warum die Führungskrise beim FC Bayern nun auch eine sportliche Krise ist

Uli Hoeneß hatte vor Weihnachten, nach der denkwürdigen Jahreshauptversammlung und der heftigen Kritik aus den Reihen der eigenen Mitglieder, eine Phase des Nachdenkens angekündigt. Als Fazit, so Hoeneß, sollte am Ende das Urteil darüber stehen, ob der FC Bayern so noch sein FC Bayern sei.

Eine Urteilsverkündigung steht derweil aus. Hoeneß schweigt, zumindest öffentlich.

Vielleicht ist das ganz gut so. Schließlich hatten die letzten öffentlichen Aussagen samt Medienschelte, Verschwörungstheorien und Erleichterung über die vermeintliche Trendwende seines Trainers Niko Kovac nicht einmal mehr informativen Charakter. Fremdschämen und Kopfschütteln überwog bei den meisten Zuhörern. Wer auf Wasserstandsmeldungen zu Transfers oder der Zukunftsplanung des Clubs hoffte, wurde meist an seinen Sportdirektor verwiesen, Hoeneß selbst blieb unverbindlich und schien leicht beleidigt, wirkte angeschlagen, schien zu zweifeln. Und dann hat er vielleicht Recht damit, erst einmal nichts zu sagen, um nicht noch mehr Angriffspunkte zu liefern. Derart führungsschwach kannte man den Präsidenten bis dahin nicht.

Aber die Führungskompetenz, die Macht im Club, sollte ja peu a peu an seinen Sportdirektor übergehen. Den Sportdirektor, dessen Abwesenheit auf der JHV noch mit Gelächter und höhnischem Applaus bedacht wurde, und der Profil gewinnen und gestärkt werden sollte. Der aber immer dann, wenn es kriselt, schweigt - wie sein Präsident. So sieht eine Führungskrise aus.

Wir finden: Es wäre an der Zeit, dass Hoeneß sein Schweigen bricht. Denn der Trend der Mannschaft geht in der Bundesliga in eine Richtung, die - schon wieder - überhaupt nicht zufriedenstellend sein kann.

Bei der 3:1-Niederlage in Leverkusen spielte die Mannschaft eine zweite Halbzeit, die stark an eine bittere Zeit des FCB erinnerte: Die Zeit unter Jürgen Klinsmann. Völliger Kontrollverlust, fehlende Mittel, um einen Gegner unter Druck zu setzen, ein Trainer, der nur personell aber nicht systemisch reagiert, und schlussendlich teils hanebüchene Ausreden des Cheftrainers nach einem Spiel - das gab es zuletzt in dieser Form unter dem ehemaligen Bundestrainer, der folgerichtig seine erste Saison beim Rekordmeister nicht mehr zu Ende trainieren durfte.

Die Parallelen sind frappierend. Auf dem Platz und in der Außendarstellung. Wir alle wissen noch, mit welchem Plan Klinsmann damals antrat: Er wolle jeden Spieler jeden Tag besser machen. Dass Klinsmann weder die taktischen noch die didaktischen Mittel dazu besaß, wurde den Spielern schnell klar. Trotzdem durfte der Weltmeistertrainer der Herzen weitermachen bis April und erst auf der großen Bühne versagen (der selige Udo Lattek vergoss gar Tränen ob der Leistung dieser lauen Nacht in Barcelona), bevor Uli Hoeneß reagierte.

Dieses Mal ist es eine zentrale Forderung des mächtigen Präsidenten, dass jeder Spieler besser werden müsse. Das diktierte Hoeneß (Quelle: https://www.eurosport.de/fussb…ht_sto6763968/story.shtml ) den lauschenden Journalisten kurz nach der Niederlage gegen Eintracht Frankfurt im Pokalfinale - und schien gewiss zu sein, dass der neue Cheftrainer Niko Kovac genau das auch erreichen würde.

Kovac trainiert die Mannschaft nun seit gut sieben Monaten. Und bisher ist der gewünschte Effekt ausgeblieben, ja, schlimmer, die Spieler scheinen weit weg von ihrem eigentlichen Leistungsvermögen zu sein. Als Beispiel sei der Dauerbrenner-und Renner Joshua Kimmich genannt, der gegen Leverkusen eine ganz schwache Partie spielte und das hinterher auch öffentlich einräumte.

Die Beispiele ließen sich mit Jerome Boateng, Mats Hummels, James Rodriguez, Arjen Robben, Thiago und Manuel Neuer fortsetzen. Interessant wäre es einmal, wie die Spieler sich selbst sehen. Wer hat sich verbessert? Wer hat unter Kovac taktisch etwas gelernt, sich als Fußballer weiter entwickelt?

Wir fürchten, dass die Antworten darauf sehr ernüchternd wären. Aber es wären Antworten und damit schon mehr, als von Uli Hoeneß derzeit kommt.

Als Bayernfan wird man im Bekanntenkreis gerne mal süffisant angesprochen, wenn der FCB verloren hat. Das ist man gewohnt, hat damit eigentlich kein Problem. Vor allem, wenn eine Niederlage verdient war.

Meist endet das mit "aber dann geht euer Uli halt im Sommer einkaufen, und dann werdet ihr auch wieder Meister". Das mag früher richtig gewesen sein. Heute ist es mit einem Großeinkauf nicht getan.

Heute wäre der richtige Beginn, ein paar Fragen zu beantworten. Denn nur so kann es Antworten für die Zukunft geben.

Das sind keine sehr hohen Ansprüche, finden wir. Uli Hoeneß muss sich lediglich, wie jeder andere Funktionär auch, an den selbst getätigten Aussagen messen lassen. Tut er das, muss er spätestens jetzt eingestehen, dass sein Trainer (mindestens) eine zentrale Anforderung weit verfehlt hat.

Daraus lässt sich dann auch auf das eigene Entscheidungsvermögen reflektieren.

Wenn man die richtigen Fragen stellt - und beantwortet. Denn das ist der einzige Ansatz, um Führungskrise und sportliche Krise wieder in den Griff zu bekommen.

SR

#uliout

 

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